
Di, 24. Februar 2026, 19 Uhr
Vortrag
Moderne im Dorf – Architektur der Planungsgruppe Stieldorf im Stadtgebiet von Königswinter
Kooperationsveranstaltung mit dem Ortskuratorium Bonn/Rhein-Sieg der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD)
Das Ortskuratorium Bonn/Rhein-Sieg unter der Leitung von Bernd-Michael Vangerow lädt herzlich zu einem Vortrag von Leonie Heeger, Mitarbeiterin der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Königswinter, ein. Im Fokus steht das Schaffen der sog. Planungsgruppe Stieldorf, die nicht nur in der früheren Bundeshauptstadt Bonn, sondern auch im namensgebenden Stieldorf, einem Stadtteil von Königswinter, unübersehbare architektonische Impulse gesetzt hat.
Die Planungsgruppe Stieldorf gehört zu den bedeutendsten Architekturbüros der Bonner Republik. Außer den Großbauplanungen im Bonner Parlaments- und Regierungsviertel wurden auch anspruchsvolle Wohn- und Bürogebäude, Gemeindezentren, kirchliche Bauten sowie Gewerbebau und Kommunalverwaltungen bearbeitet. Weniger bekannt sind jedoch die Projekte, die sie in Königswinter realisierten, wie zum Beispiel die ehemalige Volksbank (1965–1968) in der Raiffeisenstraße oder der Erweiterungsbau des einstigen Ateliergebäudes der Planungsgruppe in Stieldorf. Dort treffen moderne, funktional geprägte Wohn- und Geschäftsgebäude auf einen dörflichen Kontext.
Derzeit arbeiten die Inventarisation im LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland (LVR-ADR) und die Untere Denkmalbehörde der Stadt Königswinter daran, das architektonische Werk der Planungsgruppe Stieldorf zu erfassen und auf ihren Denkmalwert zu prüfen. Im Vortrag werden erste Ergebnisse dieser Erhebung vorgestellt. Im Fokus stehen typische Gestaltungs- und Konstruktionsprinzipien der Planungsgruppe, ihre architekturhistorische Verortung sowie denkmalpflegerische Fragestellungen.
Der Eintritt ist frei. Um Spenden für die Arbeit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz wird gebeten.
Mi, 11. Februar 2026, 18 Uhr
Kostprobe (1 Thema – 1 Wein – 1 Stunde)
1901: Normannische Gräfin und Pariser Dichter kurven durchs Siebengebirge, vis-a-vis im offenen Auto
Vortrag von Prof. Kurt Roessler
Im August 1901 reiste Elinor Vicomtesse de Milhau in einem Erbschaftsfall aus Paris ins Siebengebirge. Als Eleonor Hölterhoff aus einer Familie des rheinischen Großbürgertums war sie mit einem Grafen aus der Normandie verheiratet. Die lebhafte und wagemutige 36-Jährige, gerade Witwe geworden, kaufte sich eine Voiturette Vis-à-vis von de Dion-Bouton, einen weltweit erstmals serienmäßig hergestellten Personenkraftwagen der damals führenden Motorenfabrik in Paris. Ihr Reisebegleiter und Wagenknecht fürs Grobe war der 21-jährige Hauslehrer ihrer Tochter Gabrielle, Wilhelm de Kostrowitzky, der spätere Dichter Guillaume Apollinaire.
In seinem Vortrag widmet sich Professor Kurt Roessler dieser damals für eine Frau von Stand noch ungewöhnlichen und überaus sportlichen Acht-Tage-Fahrt über Reims, Luxemburg, Trier und Koblenz und thematisiert auch weitere Fahrten zwischen 1901 und 1902 am Rhein, die sich durch Apollinaires Tagebuchnotizen und literarische Werke nachzeichnen lassen. Sie belegen auch die besondere Rolle der Gräfin für die Wende des Dichters vom Symbolismus zur Moderne. Zugleich berührt der Vortrag ein interessantes Kapitel in der Kultur- und Industriegeschichte des Siebengebirges zur Zeit der frühen Motorisierung um 1900.
Der emeritierte Astrophysikchemiker Prof. Kurt Roessler, 1939 in Köln geboren, beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit literaturgeschichtlichen Themen, insbesondere mit Guillaume Apollinaire und Ferdinand Freiligrath sowie der rheinischen Spätromantik. Er ist Gründer des Rheinischen Freundeskreises Guillaume Apollinaire und des Freiligrath-Arbeitskreises sowie seit 1986 Vorstandsmitglied der Internationalen Apollinaire-Gesellschaft.
In der Veranstaltungsreihe "Kostprobe" wird ein Thema vorgestellt: An einen kurzen Vortrag schließt sich der Besuch der entsprechenden Ausstellungsbereiche an. Dazu gibt es die Gelegenheit, einen Wein aus der Region zu kosten.
Kostenbeitrag: 7 Euro, ermäßigt 5,50 Euro
Dauer: ca. 1 Stunde
Sa, 7. Februar 2026, 15 Uhr
Familienführung
Rasant durchs Siebengebirge
Eintritt und Führung frei
Dauer: ca. 1,5 Stunden
Anmeldung erforderlich bis Freitag, 6. Februar 2026 telefonisch unter 02223/3703 oder per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Fr, 6. Februar 2026, ab ca. 14 Uhr
Brotbacken
Steinofenbrot aus dem Königswinterer Ofen
Jahrhundertelang war der Bau von Backöfen ein wichtiger Erwerbszweig in Königswinter. Das Spektrum dieser im Rheinland und bis nach Westfalen vertriebenen Öfen reichte von einfachen Hausbacköfen bis zu technisch ausgeklügelten gewerblichen Anlagen. Das Siebengebirgsmuseum besitzt einen solchen historischen Ofen aus der Zeit um 1900. Er stammt von einem Bauernhof in Königswinter-Oberscheuren und wurde 2011 im neu errichteten Backhaus des Museums originalgetreu wiederaufgebaut.
Von einem ehrenamtlichen Mitarbeiter mehrere Stunden vorher angeheizt, wird darin das traditionelle Steinofenbrot von Konditormeister Martin Heimbach ab ca. 14.30 Uhr ausgebacken.
Die Vorbestellung von einem Brot ist möglich unter Tel.: 02223 3703 oder per Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Ab ca. 15.30 Uhr liegen die Brote zur Abholung bereit. Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen, beim Einheizen und Backen zuzuschauen.
Di, 27. Januar 2026, 14 Uhr
Rundgang
Hier lebten sie: Stolpersteine in Oberdollendorf erzählen Geschichte
Veranstaltung anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus
in Kooperation mit der Stadt Königswinter und dem Brückenhofmuseum
Der Rundgang zu den Stolpersteinen erinnert an die Schicksale von jüdischen Nachbarn und politisch Verfolgter, die in Oberdollendorf von den Nationalsozialisten ausgegrenzt, verfolgt und ermordet wurden. Zu diesen Opfern gehörten auch die Familie Süskind in der Falltorstraße, die Familie Keller in der Bachstraße und die Familie Marx in der Heisterbacher Straße. Im Verlauf des Rundgangs werden die Stolpersteine gemeinsam gereinigt.
Dauer: ca. 1,5 Stunden
Treffpunkt: Brückenhofmuseum, Bachstraße 93
Kostenfrei



