Historische Wanderungen
am Rhein und durch die Sieben Berge

 


 
Man sieht nur, was man kennt. An kaum einem anderen Ort haben sowohl die Erdgeschichte als auch die menschliche Historie so vielfältige Spuren hinterlassen wie im Rheintal und im Siebengebirge. Über Gesteinsarten, Alleen, Mauerreste und Gräben lassen sich ebenso spannende Geschichten erzählen wie über Villen, Hotels, Promenaden und Fähren am Rhein. 

Die drei- bis vierstündigen Wanderungen unter sachkundiger Führung erschließen die Vielfalt der geologischen und kulturgeschichtlichen Spuren und vermitteln anschaulich Schönheit, Geschichte und Bedeutung der alten Kulturlandschaft am Rhein. Sie eignen sich nicht zuletzt auch als Rahmenprogramm für Lehrgänge und Tagungen, auswärtige Besuchergruppen, außerbetriebliche Firmenveranstaltungen sowie Schulklassen. 

Ausgangspunkt ist jeweils - sofern nicht anders vereinbart - das Siebengebirgsmuseum. Hier erschließt eine kurze Einführung die dem Thema entsprechenden Ausstellungsbereiche und Objekte, bevor dann die Wanderung selbst in mal kürzeren, mal längeren Etappen zu Spuren verschiedenster Art - sowohl markanten als auch unscheinbaren - führt.

Für Gruppen

Termine für Gruppen:  nach Vereinbarung.

Dauer:                  ca. 3 - 4 Stunden, bzw. nach Absprache.
Kosten:                140,- €   (inkl. Museumseintritt, ggf. zuzügl. Fahrtkosten).
Teilnehmerzahl:   empfohlen für ca. 15-20 Personen.

 
 

Termine

Offene Termine 2017
für Einzelpersonen,
jeweils am 2. Samstag der Monate Mai bis Oktober.
Voranmeldung bis 2 Tage vor dem Termin: per Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Tel. 02223-3703
 

13. Mai und 12. August 2017:

Drachenfels - Von Steinen, Romantikern, Dombaumeistern und der Domkaule.
 

10. Juni und 9. September 2017:

Heisterbach - Das Tal der Zisterziensermönche.

Zu beachten:
Wegen der diesjährigen Sonderausstellung "Zisterzienser in Heisterbach" ist zu diesen beiden Terminen keine Anmeldung erforderlich!
 

8. Juli und 7. Oktober 2017:

Petersberg - Auf den Spuren von Steinhauern, Wallfahrern, Staatsgästen und einer Zahnradbahn.
(teilweise starke Steigung!)
 

Dauer:                    jeweils ca. 3 - 4 Stunden 
Kostenbeitrag:        9,00 Euro / Person;
                               (Drachenfels: 14,- €,  inkl. Teilstrecke Zahnradbahn)
Treffpunkt:              jeweils 14.00 Uhr im Siebengebirgsmuseum

Die Routen:

Drachenfels

Von Steinen, Romantikern, Dombaumeistern und der Domkaule.

Jenseits seiner strategischen Bedeutung und romantischen Schönheit erfüllte der Drachenfels jahrhundertelang eine wichtige wirtschaftliche Funktion: Er lieferte Steine für zahllose Bauwerke in der weiten Umgebung. Allen voran war es die Kölner Dombauhütte, die im Mittelalter hier einen eigenen Steinbruch betrieb. Selbst für den Fertigbau des Domes im 19. Jahrhundert bemühten sich die Baumeister um Steine vom Drachenfels, kamen jedoch bald in Konflikt mit frühen Bestrebungen des Landschafts- und Denkmalschutzes. Die Wanderung lässt nicht nur die spannende Geschichte der verschiedenen Nutzungsphasen, sondern auch vielfältige Beziehungen zwischen dem Siebengebirge und der Stadt Köln lebendig werden.
Verlauf der Wanderung: Von Königswinter mit der Zahnradbahn auf halbe Höhe (Drachenburg), anschließend über den Gipfelbereich und abwärts zur Rhöndorfer Seite.

Petersberg

Auf den Spuren von Steinhauern, Wallfahrern, Staatsgästen und einer Zahnradbahn. 

Der Petersberg mit seinem traditionsreichen Hotel kann auf eine bewegte, über 2000jährige Geschichte zurückblicken: um 100 v.Chr. keltisch-germanische Fliehburg, im 12. Jahrhundert mittelalterliche Klosteransiedlung und seitdem Wallfahrtsort, im 19. Jahrhundert Treffpunkt der Romantiker. Um die Jahrhundertwende werden hier Steinbrüche für den Abbau von Basalt betrieben, seit 1889 ein gehobenes Hotel mit Zahnradbahn. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist das Berghotel Sitz der Alliierten Hohen Kommission und seit den 1950er Jahren, bedingt durch die Nähe der Bundeshauptstadt Bonn, Residenz für zahlreiche Staatsoberhäupter. Nach dem Erwerb durch die Bundesregierung wird das Gästehaus 1990 neu eröffnet und erscheint seither - wie lange noch? - neben dem normalen Hotelbetrieb als Schauplatz zahlreicher Konferenzen von nationaler und internationaler Bedeutung.
Verlauf der Wanderung: Vom Siebengebirgsmuseum über den teilweise steilen Bittweg zum Petersberg, von dort über den Dollendorfer Bittweg zurück nach Königswinter.

Heisterbach

Das Tal der Zisterziensermönche.

Bekannt sind die Chorruine von Heisterbach und Cäsarius von Heisterbach - letzterer nicht zu verwechseln mit dem ‘Mönch von Heisterbach‘, der der Legende nach am eigenen Leib die Erfahrung machte, daß für den Herrn "tausend Jahre wie ein Tag" sind. Weniger bekannt dürfte sein, dass die Zisterziensermönche neben ihren geistlichen Aufgaben auch technisch und wirtschaftlich versiert waren: Der Kloster- und Kirchenbau, ein ausgeklügeltes System der Wasserversorgung, Mühlen und Weingüter zeugen von ihren vielfältigen Aktivitäten. Im Siebengebirgsmuseum ergänzen ein Modell der ehemaligen Kirche, Urkunden und sonstige Dokumente das Bild des historischen Klosterlebens, in Heisterbach selbst dokumentiert eine Ausstellung in der historischen Zehntscheune die "Klosterlandschaft Heisterbacher Tal".
Verlauf der Wanderung: Führung im Siebengebirgsmuseum; ca. einstündige Wanderung zum Kloster Heisterbach; Besichtigung der Anlage und der Zehntscheune; Rückweg durch das Mühlental nach Dollendorf. 

Weitere Themen:

Am Rhein

Leben am Strom - Von Fähre zu Fähre. 

Seit Jahrhunderten prägt der Rhein das Leben seiner Anwohner. Er ist Transportweg für Schiffer, Fährleute, Steinhauer und Winzer. Im 19. Jahrhundert entdecken Schriftsteller und Künstler seinen landschaftlichen Reiz und preisen ihn in Liedern, Gedichten, Gemälden und Zeichnungen. Seitdem haben der Tourismus und die stürmische Wirtschafts- und Verkehrsentwicklung das Bild der Landschaft am Strom grundlegend verändert. Im 20. Jahrhundert tritt die "große Politik" in den Vordergrund: 1938 treffen sich Hitler und Chamberlain im Rheinhotel Dreesen; Adenauer und die Queen setzen auf der Niederdollendorfer Fähre über; und die ehemaligen Botschaftsgebäude am Rhein verweisen auf die politische Bedeutung dieser kurzen Strecke zwischen den Rheinfähren in Königswinter und Niederdollendorf.
Verlauf der Rundwanderung: Einführung im Siebengebirgsmuseum; ca. 6 km ebener, meist asphaltierter Weg am Rhein entlang; zwei Fährfahrten über den Rhein. 

Separatisten
im Siebengebirge

Die "Rheinische Republik" des Jahres 1923 und die "Schlacht" bei Aegidienberg.

Herbst 1923 im Rheinland: In verschiedenen Städten wird die "Rheinische Republik" ausgerufen! Auch das Siebengebirge wird von diesem Putschversuch berührt und sogar zum Schauplatz bewaffneter Kämpfe, die mindestens 16 Tote fordern ...
Die Exkursion führt zu den wichtigsten Schauplätzen der Ereignisse. Anhand heute noch sichtbarer Spuren wird schließlich auch die lange Geschichte der späteren Darstellung und Verherrlichung der "Schlacht bei Aegidienberg" nachgezeichnet, die besonders in nationalsozialistischer Zeit herhalten musste für propagandistische Kampagnen im großen Stil: "Kerndeutsche Arbeiter und Bauern" (so der Text einer 1935 errichteten Gedenktafel in Aegidienberg-Hövel) verteidigten hier angeblich ihr Deutschtum ....
Verlauf der Exkursion: Von Königswinter mit Bus oder PKW nach Rheinbreitbach und Aegidienberg, unterwegs kürzere Wanderetappen. Rückfahrt über Eudenbach und Oberpleis.
Besonderheit: Fahrzeug(e) erforderlich.