Ausstellung

Über Tage - unter Tage
Der Ofenkaulberg im Siebengebirge

Teaser kleinEine neue Sonderausstellung im Siebengebirgsmuseum der Stadt Königswinter dokumentiert die spannende Landschaftsgeschichte des Ofenkaulbergs. Mitten im Siebengebirge zwischen Hirschberg, Petersberg und Wolkenburg gelegen ist der 213 m hohe, langgezogene Bergrücken vor allem für sein ausgedehntes Stollensystem bekannt – die sogenannten Ofenkaulen (Kaulen=Gruben), die durch den jahrhundertlang andauernden Abbau von Trachyttuff für den namensgebenden Backofenbau entstanden sind.

„Über Tage“ sind noch heute rund um den Ofenkaulberg Spuren einstiger forst- und landwirtschaftlicher Nutzungen zu finden, wie durchgewachsene Ramholzbuchen oder kleine Wiesenstücke. Eine verwunschene Brücke und Alleebäume im Wald oder ein verfallener Turm verweisen auf die frühere touristische Bedeutung der Gegend. Dazu gehören auch beliebte Ausflugslokale, die aus landwirtschaftlichen Höfen hervorgegangen sind.

Im anschließenden Ausstellungsteil geht es „Unter Tage“ um die bis ins 20. Jahrhundert reichende Geschichte des Steinabbaus und das Gewerbe der Backofenbauer. Der gewonnene Tuff war Grundlage des Ofenbaus und im Laufe der Jahrhunderte entstand ein unterirdisches Labyrinth.

Andere Ausgrabungsfunde verweisen in die Zeit des Zweiten Weltkriegs. Die vorübergehende Verlagerung einer Rüstungsfirma in den Berg mit einem zugehörigen Zwangsarbeitslager schlägt ein düsteres Kapitel der Geschichte des Ofenkaulbergs auf. In den letzten Kriegstagen flüchtete dann die einheimische Bevölkerung vor den Kampfhandlungen in den Berg.

Nach dem Krieg wurden die Ofenkaulen verschlossen und das Gebiet aufgeforstet. Als wichtiges Schwarm- und Winterquartier für Fledermäuse steht der Ofenkaulberg heute unter besonderem Schutz. Die Erforschung der Fledermäuse und der gravierende Vegetationswandel am Ofenkaulberg sind weitere Themen der Ausstellung.

 

Projekt und Publikation

Zeugen der Landschaftsgeschichte im Siebengebirge: Der Ofenkaulberg

25 PublikationDie Ausstellung entstand aus dem interdisziplinären Forschungsprojekt „Zeugen der Landschaftsgeschichte im Siebengebirge“.
Kooperationspartner des Siebengebirgsmuseums waren der Landschaftsverband Rheinland (LVR) und die Biologische Station im Rhein-Sieg-Kreis e. V.

Weitere Beteiligte: Geologischer Dienst NRW, Geographisches Institut der Universität Köln, LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, Bonner Arbeitsgemeinschaft für Fledermausschutz (BAFF)

Zeugen der Landschaftsgeschichte im Siebengebirge:
Der Ofenkaulberg

Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.)
288 Seiten mit 357 Farb- und über 400 Schwarz-Weiß-Abbildungen
Michael Imhof Verlag
ISBN 978-3-7319-1088-6
29,95 Euro

Erhältlich im Museumsshop (zzgl. Porto und Verpackung) telefonisch unter 02223 3703, per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder im Buchhandel.

 

 

 

 

 

Zeugen der Landschaftsgeschichte im Siebengebirge: Der Ofenkaulberg

25 PublikationWährend rund um den Ofenkaulberg seit der Mitte des 19. Jahrhunderts der Tourismus immer bedeutender wurde, bestimmten am Ofenkaulberg noch lange traditionelle land- und forstwirtschaftliche Nutzungen das Bild. Mehr noch: Unbehelligt von erbitterten Diskussionen um den landschaftsverschandelnden Steinabbau, die andernorts zu Schließungen von Steinbrüchen führten, konnte am Ofenkaulberg bis in die 1930er Jahre unterirdisch Trachyttuff für den namensgebenden Backofenbau gewonnen werden. Die versteckte Lage der Brüche führte dazu, dass während des Zweiten Weltkriegs in den Stollen eine Rüstungsfirma untergebracht wurde. Reste des zugehörigen Zwangsarbeitslagers finden sich auf dem Bergrücken.

Im zweiten Band der „Zeugen der Landschaftsgeschichte im Siebengebirge“ wird dem Untersuchungsgebiet buchstäblich „auf den Grund“ gegangen, um die Geschichte des Berges oberirdisch und unterirdisch facettenreich zu dokumentieren. Das Spektrum umfasst den Steinabbau, Industrie, Land- und Forstwirtschaft, Vegetationswandel und Tourismus, aber auch die mit dem Berg verbundene Legendenbildung und seine Bedeutung für die Fledermausforschung.

Publikation zum interdisziplinären Forschungsprojekt „Zeugen der Landschaftsgeschichte im Siebengebirge“.
Kooperationspartner des Siebengebirgsmuseums waren der Landschaftsverband Rheinland (LVR) und die Biologische Station im Rhein-Sieg-Kreis e. V.

Zeugen der Landschaftsgeschichte im Siebengebirge:
Der Ofenkaulberg

Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.)
288 Seiten mit 357 Farb- und über 400 Schwarz-Weiß-Abbildungen
Michael Imhof Verlag
ISBN 978-3-7319-1088-6
29,95 Euro

Erhältlich im Museumsshop (zzgl. Porto und Verpackung) telefonisch unter 02223 3703, per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder im Buchhandel.

 

Band 1:
Zeugen der Landschaftsgeschichte im Siebengebirge
Historische Nutzungen und ihre Auswirkungen auf die Landschaft
[Wolkenburg, Rhöndorfer Tal und Schnitzenbusch bei Dollendorf]
Landschaftsverband Rheinland (Hg.)
ISBN 978-3-00-06256-3
19,95 Euro

 

 

 

 

 

 

logo Sammlung RheinRomantik 

Die Sammlung RheinRomantik

Mit über 600 Kunstwerken gehört die Sammlung RheinRomantik zu den wichtigsten deutschen Privatsammlungen zur Malerei des 19. Jahrhunderts. Schwerpunkte der Sammlung sind die Düsseldorfer Malerschule mit Werken von Andreas und Oswald Achenbach, Johann Wilhelm Schirmer, Carl Friedrich Lessing. Auch englische Künstler des 19. Jahrhunderts wie David Roberts oder George Clarkson Stanfield und die Koblenzer Malerschule sind in der Sammlung mit herausragenden Werken vertreten. Als Ergänzung der rheinischen Thematik kommen in jüngerer Zeit Arbeiten der Dresdener Romantik dazu.

Die besondere Kulturlandschaft des Mittelrheintales mit seinen Ruinen und Burgen, Stadtmauern und Kirchtürmen, den steilen, schroffen Felsen und tiefen Tälern entsprach der romantischen Idee einer idealisierten, fernen Zeit. Die Künstler spürten in ihren Bildern Gefühlen und Empfindungen nach, die diese einzigartige Landschaft unverwechselbar machte. Sagen und Legenden und das besondere Licht prägten das künstlerische Bild vom Mittelrheintal. Kaum eine andere Landschaft hat die Malerei derart geprägt.

Das Siebengebirgsmuseum präsentiert ausgewählte Werke der außergewöhnlichen Sammlung in einer eigenen Abteilung zur Rheinromantik, unterstützt von einer interaktiven Medienstation und einer Hörstation zu Dichtung und Musik. Mit wechselnden Ausstellungen werden die zahlreichen Facetten der Rheinromantik immer wieder neu erfahrbar.

 

Sammlung RheinRomantik 


 

7. Dezember 2017 - 22. April 2018

Rheinische Landschaften

im 20. Jahrhundert

Mit Werken der Sammlung RheinRomantik

 

 

 

Mehr Information in Kürze


 

 

 

RR 1712 A2-k

7. Dezember 2017  -  22. April 2018

Rheinische Landschaften
im 20. Jahrhundert

Mit Werken der Sammlung RheinRomantik


 
04 Wille Dr-Axe-kFritz von Wille (1860–1941):
Herbstliche Eifellandschaft mit Wacholder, nach 1900
; Öl auf Leinwand;
Bonn, Dr. Axe-Stiftung
 

Die Ausstellung geht in einer kleinen, komprimierten Gemäldeauswahl der These nach, dass sich die romantische Sicht auf den Rhein – trotz veränderter Umweltbedingungen und zunehmender Technisierung – auch im 20. Jahrhundert nahezu ungebrochen fortsetzte.

Werke von Carlo Mense, Fritz von Wille, Joseph Kohlschein oder Julius Bretz bestimmen dabei die Bildauswahl des frühen 20. Jahrhunderts, wobei durch den Koblenzer Künstler Hans Dornbach auch die Phase des Expressionismus vertreten ist. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann mit Karl Bruchhäuser ein neuer Aufbruch in der Landschaftsmalerei, der später durch zeitgenössische Künstler - Andreas Bruchhäuser, Jürgen Schmitz, oder den Düsseldorfer Maler Jan Schüler – fortgeführt wurde.



Faltblatt zur Ausstellung
 

 
05 Dornbach MRM kHans Dornbach (1885–1952):
Blick auf Ehrenbreitstein, um 1920/30;
Öl auf Leinwand;
Koblenz, Mittelrhein-Museum

Veranstaltungen

Kuratorenführungen
sonntags, 15 Uhr, Dauer: 45 Min.
am 21. Januar, 4. März und 22. April 2918
Kosten: 7,- Euro (inkl. Museumseintritt), ohne Anmeldung

"Kostproben"
Vorträge und Führungen: 1 Thema, 1 Wein, 1 Stunde,
mittwochs 18-19 Uhr; Kosten: 7,- Euro, ohne Anmeldung.
24. Januar 2018: Der Rhein im 20. Jahrhundert
7. März 2018: Carlo Menses Landschaften



03 Mense w-kCarlo Mense (1886–1965): Winterabend am Drachenfels, um 1948; Öl auf Karton;
Bonn, Sammlung RheinRomantik

Die Sammlung RheinRomantik

Mit der jetzigen Präsentation wird eine neue Auswahl von Werken der privaten Sammlung RheinRomantik vorgestellt, die mit rund 500 Werken heute eine der wichtigsten deutschen Sammlungen zur Entwicklung der Malerei im Rheinland im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert ist. Die Auswahl der im Siebengebirgsmuseum gezeigten Landschaftsbilder wechselt in der Regel zweimal jährlich und behandelt jeweils ausgewählte Themen zur rheinischen Kulturlandschaft.

 

Weitere Leihgeber:

Dr. Axe.Stiftung, Bonn
Mittelrhein-Museum, Koblenz